Weinwissen

Das Klima

Die meisten Anbaugebiete liegen an großen Flüssen. Ergänzend dazu brauch die Rebe warme Hänge, trockene Böden und viel Licht. Licht fördert die Assimilation der Blätter, Wärme beschleunigt den Vegetationszyklus und damit die Traubenreife. Die optimale Temperatur für das Wachstum der Rebe liegt, laut der Forschungsanstalt Geisenheim, zwischen 25 und 28 Grad. Diese Voraussetzungen erfüllen die meisten Anbaugebiete nur wenige Wochen im Jahr. Unabhängig vom Wetter ist die Höhenlage der Reben, da diese maßgeblich die Temperatur innerhalb der Weinberge beeinflusst. Mit zunehmender Höhe sinkt die Temperatur. Konkret: Pro 100 Meter sinkt die Temperatur um 0,6 Grad. Der Hang ist die ideale Weinberglage und die Böden sind in der Regel flachgründig und karg. Zusätzlich herrscht eine Thermik, die eine kontinuierliche Wärmezufuhr garantiert, da die kalten Luftströmungen nachts in das Tal hinabfallen, wo sie tagsüber erwärmt werden und wieder nach oben wandern. Dieser Kreislauf ist besonders wichtig für Weißweine bezüglich der Säurebildung. Entlang der Hügel werden die Kuppen mit Bäumen bepflanzt, um den Zustrom kalter Luft zu bremsen, was man in Europa vor allem in den Ländern Deutschland, Österreich und Frankreich anwendet. Die nördlichsten Weinregionen lagen bisher in Deutschland und England, jedoch führten die stetig ansteigenden Temperaturen dazu, dass mittlerweile sogar in Dänemark Reben gepflanzt werden können. In Südafrika, Argentinien und Chile, sowie auf der südlichen Hauptinsel Neuseelands befinden sich die südlichsten Weinbaugrenzen.

Ideal im Jahresdurchschnitt sind 1.300 bis 1.600 Sonnenstunden. Das sind rund 180 Tage mit sieben bis neun Stunden täglich. Gemessen wird die Weinbauwürdigkeit eines Gebietes anhand der gesamten Wachstumsperiode oder dem wärmsten Monat des Jahres. Der Niederschlag sollte in den Monaten Mai bis Oktober (bzw. auf südlicher Erdhälfte November bis April) zumindest 300 Millimeter betragen, wobei sich besonders die Niederschläge im Frühjahr für das Triebwachstum als wichtig erachten. Bei höheren Niederschlag werden Pilzkrankheiten gefördert. Das Klima innerhalb eines Jahres wirkt sich auf die Qualität aus, weshalb man in der Weinwelt oft von guten oder schlechten Jahrgängen spricht.