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Korken

Auch wenn es mittlerweile einige Alternativen zum Korken gibt sind heutzutage rund 80 % der Flaschen weltweit bevorzugt mit Naturkork verschlossen. Andere Verschlüsse wie Synthetik Korken, Glasstopfen, etc. entwickelten sich aufgrund der rückläufigen Anzahl der Korkeichen und dem hin und wieder auftretenden Problems des „Verkorkens“. Fälschlicherweise ist der Schraubverschluss oft noch mit dem Ruf eher minderwertigen Weins belastet. Dass der Wein nur mit Korken die Möglichkeit hat atmen zu können ist ein unzutreffendes Gerücht. Sowohl Korken als auch Schraubverschluss haben das Ziel, den Wein in der Flasche vor Sauerstoff zu schützen.

Naturkorken hat den Vorteil, dass er sich der Flasche anpasst, geschmacksneutral ist und vor allem ein reines Naturprodukt von langer Haltbarkeit ist. Korken ist jedoch nicht gleich Korken.

Hergestellt wird er hauptsächlich aus der dicken, äußeren Rinde der Korkeiche. Die Rinde wird mindestens ein Jahr abgelagert, in Wasser gekocht, gepresst, in Platten geschnitten und nach Qualitäten sortiert. Anschließend werden die Rohlinge geschliffen, gebleicht, imprägniert und zuletzt noch bedruckt bevor sie ihren Weg in die Flasche finden. Mehr als die Hälfte der Weltproduktion stammt aus Portugal gefolgt von Spanien, Algerien, Italien und Marokko.

Unterschieden wird zwischen folgenden Arten des Korkverschlusses:

Schaumwein Naturkorken

Wein Naturkorken

Presskorken

Kunstoffkorken

Der Naturkorken stammt aus einer Rinde und wird nicht wie der Presskorken aus Korkgranulat zusammengeleimt. Überdies werden auch oft gemahlene Korkreste oben und unten mit einer Korkschicht, aus einer Rinde stammend, abgeschlossen, um den Wein vor dem Leim zu schützen. Günstiger, jedoch unökologischer, ist der Kunststoffkorken. Eine nachhaltigere Gegenmaßnahme dazu wurde jüngst von einer amerikanischen Firma entwickelt, die aus Zuckerrohr-Ethanol gewonnenem Polyethylen Korken herstellt.

Die hochwertigste Form ist mit Abstand jedoch der „DIAM“ Korken der französischen Firma Sabaté . Dort werden nur hochwertige Rindenabschnitte verwendet, Holzanteile raus gesiebt und im Anschluss mit hyperkritischem Kohlendioxid (Zustand zwischen flüssig und gasförmig) im Diamant-Verfahren ohne chemische Stoffe gereinigt. Das Material wird dadurch für den ungewollten Weinfehler „Korkschmecker“  verantwortlichen TCA (Trichloranisol), sowie auch von anderen zahlreichen für Fehltöne sorgenden Molekülen befreit.

Eine gewisse Sauerstoffzufuhr, die ein Korken mit sich bringt, kann sich positiv auf Aromen, Haltbarkeit und Farbe auswirken. Für einen Wein, der jung getrunken werden sollte, ist ein Presskorken die weitaus günstigere Alternative, wobei die Gefahr bei längerer Lagerung des Zerbröselns steigt.

Der emotional geführten Diskussion, ob mit dem Schraubverschluss ein „Kulturverlust“ verbunden ist, stehen die günstige Herstellung und die Tatsache gegenüber, dass damit das Problem des „Verkorkens“ vermieden werden kann. Diese werden aus korrosionsfreiem Metall (zumeist Aluminium-Legierung) mit einer innen befindlichen Dichtungsschicht aus Kunststoff und Zinnfolie hergestellt. Gerade auf die Zinnfolie und die Länge des Schraubverschlusses gilt es zu achten, da sie bereits schon einiges über die Qualität des Flascheninhalts aussagen können.

So Unterschiedlich diese Formen des Verschlusses, so jedoch natürlich auch ihre Preise. Daher muss sich ein Weingut schon genau überlegen, welche Variante für sie am wirtschaftlichsten und sinnvollsten ist. Und wie sehr ihnen ihr produzierter Wein am Herzen liegt, um den es ja letzten Endes geht. Ob nun elegant oder praktisch, innovativ oder traditionell verschlossen.