Weinanbauregionen

Piemont

Italien ist mit seinen jährlich produzierten 60 Mio. Hektolitern der größte Weinproduzent der Welt. Die Geschichte des Weinbaus des Landes beginnt mit den Griechen, die schon um 1000 v.Chr. den Mittelmeerraum mit Rebstöcken bepflanzten. In Sizilien und Kalabrien entstanden die ersten griechischen Handelsstützpunkte von wo aus sich die Reben langsam Richtung Norden  bis in das Piemont verbreiteten, auf welches wir heute einen Blick werfen wollen.

Der Ursprung des piemonteser Weinbaus geht zurück auf das keltische Volk der Tauriner (die der Hauptstadt den Namen gaben) und der Ligurer. Über 25 000 qm erstreckt sich das Piemont im äußersten Nordwesten und ist eine ländliche, weinbaulich zugleich hochambitionierte Region. Die Weinberge umfassen in etwa 47 500 ha Rebfläche. Berühmt für Barolo und Barbaresco, zwei der bedeutendsten Rotweine, wachsen weit über 100 zugelassene Rebsorten, von denen die meisten autochthon sind. Zu den wichtigsten weißen Sorten zählen Arneis, Chardonnay, Muscat Blanc, Pinot Blanc, Pinot Grigio und Sauvignon, wogegen über dreiviertel der Produktion auf Rotweine entfällt. Zu Barolo und Barbaresco ist noch zu erwähnen, dass sie aus einer einzigen Rebsorte entstammen; der alten, einheimischen Nebbiolo-Traube, die wahrscheinlich aus dem Aosta-Tal stammt, heute hingegen ausschließlich im Piemont kultiviert wird. Auf den kalk- und lehmhaltigen Verwitterungsböden der Langhe um die Stadt Alba bringt diese kostbare, jedoch ungewöhnlich schwierige und komplexe Rebe körperreiche, gerbstoffbetonte Weine mit einer unverwechselbaren Charakteristik hervor. Im Kopf- an-Kopf-Rennen mit der Toskana liefert das Piemont die meisten Spitzenweine des Landes und ist neben seinem renommierten Schaumwein auch noch bekannt als Wermutland, da dieser dort erfunden wurde. Mit seinen über 42 DOC und 16 DOCG-Zonen (staatlich kontrollierte Herkunftsbezeichnungen) besitzt die Gegend die meisten Qualitätsweinbereiche, während die weniger kontrollierte und reglementierte Qualitätstufe IGT (Tafelwein) gar nicht zu finden ist. Am Fuße der Alpen, an Frankreich grenzend, lassen sich diese hochqualitativen Weine herrlich in Kombination mit der für die Gegend typischen, erlesenen Küche und der malerischen Landschaft genießen.