Weinanbauregionen

Toskana

Die Region in Mittelitalien, zwischen dem Apennin und dem Tyrrhenischen Meer, umfasst ca. 23.000 Quadratkilometer und ist eine der schönsten Kulturlandschaften Europas. Ein 200 km langer Hügelteppich breitet sich von der nördlichen zur südlichen Grenze aus, durchzogen von gewundenen Flüßen, gesprenkelt mit mittelalterlichen Dörfern, überzogen mit immergrünen Wäldern und Weinbergen die in etwa 58.000 Hektar Rebfläche bieten. Ein Drittel der Toskana bedeckt das Chianti. Es beherbergt zahlreiche Unterzonen wie das Chianti Classico, aber auch einige eigene Ursprungsgebiete wie das des Brunello di Montalcino oder des Vino Nobile di Montepulciano. Zu den sonstigen beliebten und bekannten Landschaften des Kernlandes der Rennaisance zählen das Schwemmland Maremma im Süden, die Versilla-Küste im Nordwesten und die Etruskische Riviera, die sich von Livorno bis nach Piombino entlang der toskanischen Küste erstreckt.

Der Weinbau findet zu zwei Dritteln auf sonnigen Berghängen zwischen 100 und 500 Metern Seehöhe statt und besitzt eine lange Tradition. Diese führt zurück bis zu den Römern, Etruskern und Mönchen, die bereits im 10. Jahrhundert begannen auf den Hängen Weinreben zu pflanzen. Als Ertragsquelle entdeckten ihn der Adel und die Landwirte erst später, wobei die damaligen Weine nicht mit den heutigen vergleichbar sind, da die Herstellung der verschiedenen Geschmacksrichtungen erst im 19. Jahrhundert ausreifte. Den Grundstein des modernen Toskana-Weins legte der Baron Bettino Bercasoli Mitte des 19. Jahrhunderts in dem er eine Mischung aus den Traubensorten Sangiovese und Canaiolo entwickelte und somit den weltbekannten Chianti Classico erschuf. Während der 1950er und 1960er musste dieser in seiner Reputation etwas einbüßen, da zu dieser Zeit mehr Wert auf Quantität als auf Qualität gelegt wurde. Jedoch brachten toskanische Önologen, durch neue Methoden innerhalb der 1970er, den Standard wieder auf Weltniveau und es entstanden Weine, die sich keineswegs hinter den französischen Tropfen verstecken mussten. Seitdem stieg mit dem Ansehen der Toskana gleichzeitig auch der Preis. Ungeachtet dessen gilt er innerhalb der Region aber immer noch als Volksgetränk auch wenn dieser Tage sehr viel für den Export hergestellt wird.

Auch wenn das Hauptaugenmerk der Kulturlandschaft auf den roten Rebsorten liegt, wird natürlich auch Weißwein gekeltert. Zu den bekanntesten zählen wohl der Vernaccia di San Gimignano, stammend aus der Vernaccia-Traube und der typische Dessertwein der Toskana Vin Santo.

Die Weinlandschaft sich mit Olivenhainen und umfangreichen Wäldern ab und ist allemal nicht nur  ein kulinarisches und kulturelles Reiseziel. Vielmehr ist es vom Meer bis auf den auf 2.216 Meter hohen Monte Terminillo ein Paradies für die Sinne welches auf den insgesamt 14 Weinstraßen, welche durch die Region führen, nur darauf wartet erkundet zu werden.